Cholesterin: Was versteht man unter dem metabolischen Syndrom?

Übergewicht (Adipositas), Bluthochdruck, ein gestörter Fett- und Cholesterinhaushalt und erhöhter Blutzucker durch zu geringe Insulinwirkung (Insulinresistenz) – diese Erkrankungen und Stoffwechselstörungen gehören inhaltlich zusammen und werden als metabolisches Syndrom oder auch „tödliches Quartett“ bezeichnet.

Liegen mehrere Symptome des metabolischen Syndroms gleichzeitig vor, besteht ein stark erhöhtes Risiko für die Entstehung von Arteriosklerose und infolgedessen Herzinfarkt und Schlaganfall. Betroffene sollten daher frühzeitig gegensteuern und unter anderem besonders auf ihre Cholesterinwerte achten.

Wie kommt es zur Entstehung eines metabolischen Syndroms?

In den Industrienationen sind bis zu 30 Prozent der Gesamtbevölkerung von einem metabolischen Syndrom betroffen, darunter auch immer mehr jüngere Menschen.

Die Zusammenhänge der Entstehung eines metabolischen Syndroms sind komplex und nicht restlos geklärt. Neben genetischen Veranlagungen dürften jedoch größtenteils die Auswirkungen unseres modernen Lebensstils zur Manifestierung eines metabolischen Syndroms führen, also mangelnde Bewegung und eine falsche Ernährung.

Gefährdet sind vor allem Menschen, die ihre Fettdepots hauptsächlich am Bauch entwickeln („Apfeltyp“) – die Mediziner nennen das stammbetonte Fettleibigkeit. Personen, die in erster Linie an Hüften und Oberschenkeln zunehmen („Birnentyp“), scheinen dagegen seltener von der Entstehung eines metabolischen Syndroms betroffen zu sein. Diese Beobachtung spiegelt sich auch deutlich in der Definition des National Cholesterol Education Programm 2002 wider, wonach ein metabolisches Syndrom vorliegt, wenn mindestens drei der folgenden Risikofaktoren vorliegen:

  1. Taillenumfang bei Frauen über 88 Zentimeter, bei Männern über 102 Zentimeter
  2. Nüchtern-Blutzucker von über 100 mg/dl
  3. Triglyceride von über 150 mg/dl nüchtern
  4. HDL von unter 40 mg/dl bei Frauen und unter 50 mg/dl bei Männern
  5. Blutdruckwerte von über 130/85 mmHg

Ob eine Person an Übergewicht leidet, ist in der Regel deutlich sichtbar. Alle anderen Faktoren – und damit auch das Vorliegen eines metabolischen Syndroms - bleiben jedoch oftmals lange unerkannt: Zum einen entwickelt sich das Vollbild des Syndroms langsam über viele Jahre. Zum anderen verursachen ein zu hoher Blutzucker, erhöhte Cholesterin- und Triglyceridwerte sowie ein erhöhter Blutdruck meist keine wahrnehmbaren Beschwerden beim Betroffenen. Das „tödliche Quartett“ ist also deshalb so gefährlich, weil es erst dann wirklich Beschwerden auslöst, wenn es schon fast zu spät ist. Je früher Gegenmaßnahmen ergriffen werden, desto besser lassen sich die schädlichen Folgen für die Gesundheit vermeiden. Unbehandelt gilt das metabolische Syndrom auch heute noch als eine „Zeitbombe“. (siehe www.abda.de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/detail/metabolisches-syndrom-ist-eine-zeitbombe-1/)

Wie erkenne ich das Vorliegen eines metabolischen Syndroms?

Im Idealfall fällt ein Metabolisches Syndrom möglichst früh bei einer Vorsorgeuntersuchung auf, und nicht erst nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall, oder einer anderen Folge von Arteriosklerose. Hierzu erfragt der Arzt oder Therapeut aktuelle Beschwerden und erhebt die sogenannte Familienanamnese. Um mögliche genetische Vorbelastungen abschätzen zu können ist es wichtig zu wissen, ob in der Familie Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen vorkommen. Auch Herzinfarkte oder Schlaganfälle in der nahen Verwandtschaft können ein Hinweis auf eine Neigung zu Stoffwechselstörungen sein.

Bei der körperlichen Untersuchung werden Blutdruck und Bauchumfang ermittelt. Durch Blutabnahme und die folgende Untersuchung im Labor werden Blutzucker und Blutfettwerte gemessen. Wichtig sind bei letzterem vor allem die Triglyceride sowie das LDL und HDL Cholesterin.

Wenn kein Diabetes bekannt ist, es aber bereits Hinweise auf einen gestörten Zuckerstoffwechsel gibt, wird ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt. Dabei wird anfangs der Nüchternblutzucker gemessen, dann bekommt der Patient eine Zuckerlösung zu trinken. Zwei Stunden nach dieser Zuckeraufnahme wird der Blutzucker erneut bestimmt. Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn der Blutzuckergehalt im Blut dann mehr als 200 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) beträgt. Oft ist eine beginnende Insulinresistenz dafür die Ursache, was bedeutet, dass die Körperzellen weniger empfindlich auf Insulin reagieren.

Symptome und Folgen eines metabolischen Syndroms

Jeder der Parameter des metabolischen Syndroms ist ein Risikofaktor für Veränderungen an den Blutgefäßen, da sie die normale Funktion der Innenauskleidung von arteriellen Blutgefäßen stören. Mit der Zeit verändert sich der Aufbau der Gefäßwand, Ablagerungen (sogenannte Plaques) bilden sich – und im Laufe der Jahre werden die Blutgefäße allmählich enger. Eine Arteriosklerose entsteht, die wiederum in einer Koronaren Herzerkrankung münden und zu Herzinfarkt und Herzschwäche führen kann. Zudem resultiert ein erhöhtes Risiko für Durchblutungsstörungen des Gehirns bis hin zu einem Schlaganfall. Aber auch die Niere kann Schaden nehmen und im ungünstigsten Fall eine Dialyse dauerhaft erforderlich machen.

Die genannten Folgeerscheinungen entwickeln sich wie bereits erwähnt über viele Jahre. Zu Beschwerden kommt es in der Regel erst, wenn die Blutgefäße durch die Arteriosklerose zu mehr als 70 % verengt sind.

Therapieansätze bei metabolischem Syndrom

So wie auch die Entstehung eines metabolischen Syndroms langsam von statten geht, ist auch die Therapie langwierig und Besserungen dürfen nicht über Nacht erwartet werden. Unverzichtbare Grundlage bei der Behandlung ist eine Lebensstiländerung, was grob die Bereiche Ernährung, Bewegung und Gewichtsreduktion umfasst. Außerdem sollte eine Blutzuckerregulation, die Senkung der Blutfettwerte (LDL-Cholesterin, Triglyceride) sowie eine Senkung des Blutdruckes auf unter 130/85 mmHg angestrebt werden, um die Entwicklung von Folgeerkrankungen zu verhindern oder auch bereits vorhandene Symptome zu lindern. Die konkreten Therapiemaßnahmen richten sich jedoch immer danach, welche Werte im Individualfall aus der Balance geraten sind.

Änderung des Lebensstils und Abbau von Übergewicht

Zentral ist hier eine Ernährungsumstellung, wobei vor allem ein Verzicht auf fett- und cholesterinreiche Nahrungsmittel sowie auf Zucker und kurzkettige Kohlenhydrate im Vordergrund steht. Auch auf Rauchen und auf Alkohol sollte weitestgehend verzichtet werden. Achten Sie auf hochwertige Nahrungsmittel, wie z.B. Vollkornbrot, hochwertige ungesättigte Fettsäuren (Oliven-, Kern-, Nussöle etc.) und wertvolles Eiweiß (z.B. fettarme Milchprodukte, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch). Um die Vitamin- und Mineralstoffbilanz in Balance zu halten ist es ideal 5 Mal am Tag Gemüse und Obst zu sich zu nehmen.

Ein gesunder Lebensstil sollte außerdem mit täglich etwa 30 Minuten Bewegung einhergehen – nicht nur, weil sich eine Gewichtsreduktion ohne Bewegung nur schwer erreichen lässt. Täglich sollten Sie etwa 30 Minuten für Sport und Fitness einplanen. Leichter Ausdauersport (wie z.B. Walken, Radfahren, Wandern, Schwimmen) tut Körper und Seele gut und erhöht den Energieverbrauch.

Bluthochdruck

Wenn sich ein Bluthochdruck durch die Änderung der Lebensweise nicht regulieren lässt – also durch gesunde und hier vor allem auch salzarme Ernährung, Bewegung und eine ausgeglichene Work-Life-Balance mit ausreichend Erholung und Entspannung, dann stehen Medizinern verschiedene Medikamente zur Verfügung, um eine Absenkung des Blutdruckes zu forcieren: ACE-Hemmer wirken beispielsweise gefäßerweiternd und senken so den Blutdruck. Betablocker blockieren ß-Rezeptoren, um die Wirkung von Stresshormonen zu verringern. Kalziumantagonisten verhindern, dass Kalzium in die Zellen eingeschleust wird. Dadurch wird die Spannung in den Gefäßen verringert und der Blutdruck gesenkt. Diuretika wiederum fördern die Ausscheidung von blutdrucksteigerndem Kochsalz. Wer Chemie und Nebenwirkungen vermeiden möchte, für den gibt es natürliche Alternativen, um den Blutdruck positiv zu beeinflussen, beispielsweise aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde oder auch in Form von Nahrungsergänzungen. Ein wichtiger Vertreter ist hier das L-Arginin, das zu einer Erweiterung der Gefäße und so auch zu einem Absinken des Blutdruckes führt.

Fettstoffwechselstörungen

Über die Ernährung lassen sich die Triglyceridwerte oftmals recht gut beeinflussen. Eine Senkung der Cholesterinwerte ist über eine Veränderung der Essgewohnheiten meist jedoch nur bedingt erreichbar. Dies liegt daran, dass über die Nahrung aufgenommenes Cholesterin nur einen sehr geringen Anteil des im Blut befindlichen Cholesterins ausmacht. Der größte Teil davon wird in der Leber synthetisiert, und hierbei spielen nicht zuletzt auch genetische Faktoren eine Rolle. Sind die Blutfettwerte zu hoch, werden vom Arzt in der Regel Medikamente verordnet. Statine senken den Cholesterin- und Triglyceridwert, indem sie eine Neubildung der Fette in der Leber verhindern. Cholesterin-Resorptionshemmer verhindern die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm, wodurch es jedoch zu einer Aufnahmestörung von fettlöslichen Vitaminen kommen kann. Fibrate zielen vor allem auf die Senkung eines erhöhten Triglyceridspiegels ab. Wem das Risiko von Nebenwirkungen durch diese schulmedizinischen Präparate zu hoch ist kann sich auch für eine natürliche Alternative entscheiden und zu Produkten aus Rot fermentiertem Reis greifen, um seine Blutfettwerte zu regulieren. Auch hochwertige Omega-3-Fettsäuren, wie z.B. aus Krillöl können eingesetzt werden, je nachdem ob die Schwerpunkte auf den Triglycerid- oder den Cholesterinwerten liegt.

Zuckerstoffwechselstörungen

Über eine Änderung des Lebensstils und der Ernährung lässt sich eine beginnende Insulinresistenz in der Regel sehr gut positiv beeinflussen. Auch bereits bei Ausprägung eines Typ-2-Diabetes sind oftmals erstaunliche Ergebnisse zu verzeichnen, wenn Betroffene konsequent ihre Essgewohnheiten umstellen und ausreichend Sport betreiben. Wenn dies jedoch nicht ausreicht gibt es auch hier verschiedene Medikamente, die dann zum Einsatz kommen können. Alpha-Glukosidasehemmer und Biguanide verhindern den Anstieg der Blutzuckerwerte nach dem Essen, indem sie die Aufnahme von Zucker verlangsamen. Glitazone verringern die Insulinresistenz. Sulfonylharnstoff werden bei Typ-2-Diabetikern verwendet, sie fördern die Bildung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse. Insulin erhalten Typ-2-Diabetiker erst dann, wenn andere blutzuckersenkende Medikamente wirkungslos bleiben.

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