Cholesterin im Überblick

Rund ums Cholesterin senken

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Todesursache Nummer 1 in Deutschland. Untersuchungen belegen, dass jeder 3. Mann und jede 10. Frau unter 60 Jahren ein erhöhtes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung tragen. Jahr für Jahr erleiden rund 300.000 Bundesbürger einen Herzinfarkt und rund 250.000 Patienten erhalten die Diagnose einer Herzkrankheit oder Arteriosklerose. Eine der Hauptursachen sind erhöhte Blutfettwerte. (1) Zu hohe Cholesterinwerte werden auch als Fettstoffwechselstörung bezeichnet. Diese kann erworben oder angeboren sein. Blutfette werden in Cholesterin- und Triglycerid-Werte unterteilt. Da erhöhte Cholesterin- und/oder Triglycerid-Werte nicht spürbar sind, können sie nur mittels Labortests über Blutentnahme bestimmt werden.

Wozu brauche ich Cholesterin?

Cholesterin ist eine wesentliche Substanz wichtiger Körperfunktionen. Es befindet sich in jeder Zelle. Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil unserer Zellmembran (Zellhülle). Auch für unser Gehirn ist Cholesterin überlebenswichtig, denn dort sorgt das Cholesterin für eine reibungslose Produktion von Nervenzellen und eine einwandfreie Informationsübertragung. Ein zu niedriges Cholesterin kann daher schaden.

Cholesterin ist Ausgangssubstanz

  • der Geschlechtshormone wie Östrogen, Progesteron und Testosteron
  • der Nebennierenhormone wie Cortisol und Aldosteron
  • der Gallensalze, ohne die eine Verdauung der Nahrungsfette und fettlöslichen Vitamine nicht möglich ist
  • von Vitamin D, das unter Einwirkung von UV-Licht in der Haut entsteht und für die Knochenhärte Voraussetzung ist

Cholesterin, auch als Cholesterol bezeichnet, ist eine fettähnliche Substanz und für unseren Körper lebensnotwendig. Cholesterin wird daher im Körper auch selbst hergestellt. Das körpereigene Cholesterin wird hauptsächlich in der Leber produziert, aber auch in der Darmschleimhaut gebildet und zu einem gewissen Teil über die Ernährung aufgenommen. (2)
Für die Cholesterinproduktion im Körper sind viele Einzelschritte und ein hoher Energiebedarf notwendig. Die Zellen nehmen deshalb bevorzugt Cholesterin aus der Blutbahn auf. Ein Erwachsener bildet unter cholesterinarmer Ernährung (bei 200 mg) täglich circa 900 bis 1200 mg Cholesterin selbst. Jedoch nehmen wir bei heutiger Ernährungsweise pro Tag deutlich mehr als 400 mg Cholesterin auf. Neben einer bewussten Ernährungsumstellung braucht es noch zusätzlich andere Maßnahmen, um erhöhte Blutfettwerte zu senken.

Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz und für den Körper ein lebenswichtiger Baustein.
Da Cholesterin nicht wasserlöslich ist, kann es nicht als freies Molekül im flüssigen, „wässrigen“ Blut schwimmen. Damit es mit dem Blut zu den Zellen gelangen kann, braucht es ein Transportmittel. Es dockt deshalb an Eiweißmolekülen an. Diese Verbindung aus Fett (Lipid) und Eiweiß (Protein) nennt man Lipoprotein. Dieses liegt in unterschiedlichen Formen vor, einmal als sogenanntes LDL-Cholesterin und als HDL-Cholesterin.

Es gibt “gutes” und “schlechtes” Cholesterin

Der Cholesteringehalt in unserem Blut wird mittels Messung der Plasma-Lipoprotein-Partikel (Lipoproteine) LDL und HDL bestimmt und i. d. R. in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) angegeben.

HDL Cholesterin – darf gerne hoch sein

Das HDL Cholesterin (High Density Lipoproteine), auch gutes Cholesterin genannt, schützt protektiv vor Atherosklerose. Es stellt im Normalfall ca. 20 bis 30 Prozent des Gesamtcholesterins im Blutserum. Das als “gutes Cholesterin” bezeichnete Lipoprotein HDL („Hab Dich Lieb“) transportiert überflüssiges Blutfett zur Leber zurück, wo es wieder abgebaut wird. Ein hoher Wert senkt das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und kann Gefäßablagerungen entgegenwirken. Einfach ausgedrückt: HDL eliminiert auf natürlichem Wege LDL, bevor sich dieses ablagern kann, daher darf HDL gerne hoch sein. (4/5/1)

Der durchschnittliche HDL-Cholesterinspiegel ist bei Männern und Frauen unterschiedlich. Im mittleren Alter haben Frauen einen höheren Spiegel als Männer. Im Schnitt haben Frauen im Alter von 35-65 Jahren einen Wert von 45 mg/dl (±12 mg/dl), Männer von 37 mg/dl (±11 mg/dl).

Hohe HDL Cholesterinwerte sind normalerweise unbedenklich.

Jedoch sehr hohe HDL Cholesterinwerte stehen lt. zwei Studien in Verdacht das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erhöhen. Männer mit durchschnittlichen HDL Werten von über 97 mg/dl und Frauen mit HDL Werten von über 135 mg/dl hatten eine kürzere Lebenserwartung als Menschen mit geringeren Werten. (6/7)

Wichtig zu wissen: Nach den Wechseljahren nimmt bei Frauen der LDL-Cholesterinspiegel bei gleichbleibendem HDL-Cholesterinspiegel zu. Das Verhältnis von LDL zu HDL verändert sich durch den Anstieg des LDLs insofern meist zum Schlechteren.

LDL Cholesterin – weniger ist mehr

Das LDL Cholesterin, auch schlechtes („Lass Das Los“) Cholesterin genannt, kann bei Überschuss für eine Atherosklerose verantwortlich sein. Es sollte in Abhängigkeit des vorhandenen Risikoprofils des Patienten bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten.

LDL Cholesterin entsteht dadurch, dass die Leber zunächst das Cholesterin in VLDL verpackt und es an das Blut abgibt – das VLDL wird über IDL zu LDL umgewandelt. LDL ist letztendlich für den eigentlichen Cholesterintransport und die Versorgung der Gewebe mit Cholesterin verantwortlich. Wie bereits beschrieben, wird Cholesterin in vielen Bereichen des Körpers benötigt (Hormonproduktion, wichtiger Bestandteil von Zellmembranen usw.). Daher ist LDL eine wesentliche Bausubstanz für den Körper. Das Problem liegt im Überschuss. LDL sind die cholesterinreichsten Lipoproteine und deren „Zuviel“ verbleibt im Blut und zirkuliert. Diese Lipoproteine unterliegen Veränderungsprozessen und ihr Inhalt (Cholesterin) gelangt schließlich als letzte mögliche Entsorgung an den Wänden der Blutgefäße, wo sie als Ablagerungen anhaften. Je höher der Überschuss an LDL umso größer ist die Gefahr einer möglichen Ablagerung und das Risiko einer Gefäßverengung. Solche Fettablagerungen stellen den Beginn einer Atherosklerose dar. Ein erhöhtes LDL-Cholesterin birgt somit die Gefahr einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Ursachen für erhöhte LDL Cholesterinwerte können unter anderem die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Nikotinkonsum, zu viel Alkoholgenuss, eine fettreiche Ernährung oder eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose). Erhöhte LDL Werte können aber auch unabhängig von der Lebensführung oder anderen Grunderkrankungen einfach erblich bedingt sein.

Wann Cholesterin senken?

Bei Frauen steigt das Risiko eine Fettstoffwechselstörung zu entwickeln nach der Menopause ab 55 Jahren, bei Männern ab 45 Jahren.
Auf Grund von genetischen Einflüssen kann der Cholesterinspiegel bereits in jungen Jahren krankhaft erhöht sein und so frühzeitig zu einer koronaren Herzkrankheit oder einem Schlaganfall führen.
Jeder sollte daher seine Blutfettwerte regelmäßig messen lassen und zugleich sein Risikoprofil kennen. Denn ein erhöhter Cholesterinspiegel sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern immer im Zusammenhang mit anderen vorhandenen Risikofaktoren. Denn kommen Risikofaktoren wie regelmäßiger Alkoholgenuss, Rauchen, genetische Prädisposition, Bluthochdruck, Übergewicht oder erhöhte Blutzucker-Werte hinzu, empfiehlt es sich seine Werte in regelmäßigen Abständen messen zu lassen. So sollte jeder ab dem 40. Lebensjahr seinen Blutdruck, Blutzucker und sein Cholesterinprofil kennen.

Tragen Sie eigenverantwortlich dazu bei, wichtige Risikofaktoren zu reduzieren. Meiden Sie Alkohol, Nikotin und Stress und bewegen Sie sich regelmäßig.

Gesundheitsrisiken bei hohem Cholesterinspiegel

Zirkuliert im Körper dauerhaft zu viel LDL-Cholesterin, spricht man von einer Hypercholesterinämie. (3) Einen genetisch bedingt zu hohen Cholesterinwert nennt man primäre Hypercholesterinämie, einen durch ungesunden Lebensstil oder Begleiterkrankungen erworbenen zu hohen Cholesterinspiegel bezeichnet die Medizin als sekundäre Hypercholesterinämie. (10/11) Beide können auf Dauer Körperfunktionen schädigen. Ein zu viel an Cholesterin kann sich an Gefäßwänden ablagern und diese verengen. Damit ist der Prozess der Atherosklerose in Gang gesetzt, die sogenannten Plaques entstehen. Durch diese krankhaften Veränderungen in den betroffenen Arterien (geringer Durchmesser) wird der Bluttransport und die Sauerstoffversorgung erschwert. Blutgerinnsel können entstehen. Je nach betroffener Arterie kann es beispielsweise zu einem Herzinfarkt, Hirnschlag oder zur PAVK (peripheren arteriellen Verschlusskrankheit / Schaufensterkrankheit) kommen.

Wann ist der (LDL-) Cholesterinwert zu hoch?

Das individuelle Risikoprofil eines jeden Patienten im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems zu erkranken, hängt von verschiedenen Risikofaktoren wie z. B. Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Rauchen, Bewegungsmangel etc. ab. Wünschenswert ist ein Gesamtcholesterinwert von unter 200 mg/dl (bei Personen ohne Vorerkrankungen).

Je nach Anzahl und Schwere der vorhandenen Risikofaktoren werden Patienten in Kategorien von Risiko I – III eingeteilt.
Bei einem geringen Risiko liegt der LDL Cholesterin Grenzwert bei 116 mg/dl bei einem hohen Risiko eher bei 70 bis 55 mg/dl.
Das HDL Cholesterin schützt die Arterien vor Ablagerungen und sollte bei Frauen > 45 mg/dl und bei Männern > 40 mg/dl sein. Bei geringem Risiko liegt das Verhältnis von LDL zu HDL bei einem Quotienten von unter 4, bei hohem Risiko sollte der Quotient unter 2 liegen. Überprüfen Sie daher regelmäßig bei Ihrem Arzt oder Therapeuten Ihre Cholesterinwerte! (8)

Häufige Ursachen für erhöhte Cholesterinwerte

  • Übergewicht/Adipositas
  • Fettreiche Ernährung
  • Alkohol- und Nikotinkonsum
  • Diabetes, Stoffwechselerkrankungen
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Erbliche Veranlagung/familiäre Hypercholesterinämie
Cholesterin und Übergewicht (Adipositas)

Laut einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit (November 2016) ist bereits jeder vierte Deutsche stark übergewichtig – Tendenz steigend.

Adipositas bedeutet Fettleibigkeit, umgangssprachlich auch Fettsucht. Der Begriff definiert eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht, die mit einer über das normale Maß hinausgehenden Vermehrung des Körperfettes mit krankhaften Auswirkungen verbunden ist.

Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt Adipositas ab einem Körpermasseindex (BMI) von 30 kg/m². Es werden weitere Stufen unterschieden, nämlich Normalgewicht bei einem BMI von 18-24,9, Übergewicht bei 25-29,9. Von Adipositas Grad I spricht man bei einem BMI von 30-34,9, Grad II bei einem BMI von 35-39,9 und Adipositas mit Grad III liegt bei ≥ 40.

Der BMI ist aber nur ein Anhaltspunkt für die Gefährdung Folgeerkrankungen durch das Übergewicht zu erleiden.

Weitere Informationen zum Thema Adipositas finden Sie unter: https://monasan.de/cholesterin/adipositas/

Cholesterin und fettreiche Ernährung

Eine Ernährungsumstellung steht hier im Vordergrund. Bei einem gesunden Lebensstil wird vor allem auf fett- und cholesterinreiche Nahrungsmittel sowie auf Zucker und kurzkettige Kohlenhydrate verzichtet. Auch das Rauchen sollte eingestellt und der Alkoholkonsum reduziert werden. Hochwertige Lebensmittel, wie z. B. Vollkornbrot, ungesättigte Fettsäuren (Oliven-, Kern-, Nussöle etc.) und wertvolles Eiweiß (z. B. fettarme Milchprodukte, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch) sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. Um die Vitamin- und Mineralstoffbilanz in Balance zu halten ist es ideal, fünf Mal am Tag Gemüse und Obst zu sich zu nehmen.

Cholesterin ist nur in tierischen Lebensmitteln enthalten. Mit dem steigenden Fettgehalt in Fleisch und Wurst steigt auch der Cholesteringehalt. Fettarme Fleisch-, Wurst- und Fischsorten sowie Milchprodukte enthalten zwar auch Cholesterin, aber nur zu geringeren Anteilen. Somit sind diese Lebensmittel für eine cholesterinarme Ernährung gut geeignet.

Ein gesunder Lifestyle sollte außerdem mit täglich etwa 30 Minuten Bewegung einhergehen – nicht nur, weil sich eine Gewichtsreduktion ohne Bewegung nur schwer erreichen lässt. Leichter Ausdauersport (wie z. B. Walken, Radfahren, Wandern, Schwimmen) tut Körper und Seele gut und erhöht den Energieverbrauch.

Cholesterin und Alkohol- und Nikotinkonsum

Tabakkonsum wirkt sich sehr negativ auf die empfindlichen Blutgefäße aus, während das Trinken von Alkohol den Blutdruck und die Blutfettwerte erhöht und die Leber belastet.

Cholesterin und Diabetes

Die Zuckerkrankheit “Diabetes mellitus” ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führt. Diabetiker entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung häufig Folgeschäden, vor allem an den kleinen Blutgefäßen der Augen und Nieren sowie des Nervensystems (Neuropathien). Die Folge können Nierenversagen, Erblindung oder eine Amputation der Zehen oder Füße sein. Aber auch Herzinfarkt und Schlaganfall sind Komplikationen, die im Rahmen eines Diabetes mellitus auftreten können.

Medizinisch unterscheidet man zwei Diabetes-Formen:

Der Typ-1-Diabetes wird durch einen absoluten Mangel des Hormons Insulin verursacht, das heißt es wird zu wenig oder gar kein Insulin in der Bauchspeicheldrüse produziert. Der Krankheitsverlauf beginnt meist bereits im Kindes- oder Jugendalter. Die Patienten und Patientinnen müssen ihr Leben lang Insulin spritzen, um die lebenswichtige Energiequelle Glukose in die Zellen transportieren zu können.

Der Typ-2-Diabetes wird oft auch als “Altersdiabetes” bezeichnet. Er entsteht zum einen durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin (Insulinresistenz), zum anderen führt eine jahrelange Überproduktion von Insulin zu einer Art von “Erschöpfung” der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Krankheit tritt oft ab dem 40. Lebensjahr auf und beginnt schleichend, leider wird sie meist erst sehr spät erkannt.
Zu wenig Bewegung, Stress, Übergewicht, Alkohol und die falsche Ernährungsweise können zu dieser Wohlstandserkrankung führen.

Je höher das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, desto niedriger sollte der LDL Cholesterinwert sein. Vor allem ein Typ-2-Diabetiker hat meist ein erhöhtes Risiko an einer Arteriosklerose zu erkranken, daher müssen diese Patienten besonders genau auf ihre Cholesterinwerte achten.
Ein nicht erkannter oder ungenügend behandelter Typ-2-Diabetes kann Schädigungen der Gefäßwände nach sich ziehen, sie verlieren dadurch an Elastizität. Ein hoher Blutzuckerspiegel in Kombination mit zusätzlich erhöhten Blutdruckwerten kann Verletzungen an den Gefäßwänden noch weiter verstärken.

Bei Diabetes-Patienten kommt es meist zu einem erhöhten Abbau des HDL Cholesterins.

Bei Diabetikern sollte des LDL Cholesterin unter 70 mg/dl (1,8 mmol/l) liegen. Die HDL Cholesterinwerte sollten mindestens über 35 mg/dl (0,9 mmol/l) sein. Liegen bereits Gefäßerkrankungen wie eine Arteriosklerose vor, sollte der HDL Cholesterinwert besser über 40 mg/dl (1 mmol/l) liegen.

Cholesterin und Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) liegt an der Vorderseite des Halses unterhalb des Schildknorpels des Kehlkopfes, sie besitzt die Form eines Schmetterlings. Die Schilddrüse stellt wichtige Hormone (T3 und T4) her, die den gesamten Stoffwechsel beeinflussen und in Balance halten.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse nicht mehr ausreichend genug Hormone. Der Körper ist unterversorgt, die Stoffwechselprozesse verlangsamen sich im Allgemeinen. Typische Symptome sind Antriebslosigkeit, Haarausfall, Gewichtszunahme, depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Erschöpfung, kalte Hände und Füße, u. v. m. Auch der Fettstoffwechsel wird heruntergefahren und verlangsamt sich, Fett bildet sich in der Regel schneller als es verbrannt werden kann. Die Folge sind Gewichtszunahme und erhöhte Blutfettwerte, insbesondere das LDL Cholesterin kann sich erhöhen.

Cholesterin und familiäre Hypercholesterinämie (FH)

Den meisten Menschen ist es neu, dass hohe Cholesterinwerte vererbt werden können. Von 400 Menschen leidet im Schnitt einer an einer familiären Hypercholesterinämie. Die geringe Bekanntheit lässt diese genetische Störung oft erst spät erkennen.

Bei einer familiären Hypercholesterinämie werden stark erhöhte LDL Cholesterinwerte häufig an die eigenen Kinder vererbt. Eine familiär bedingte Hypercholesterinämie geht mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, wie z. B. dem Herzinfarkt, einher. Früh erkannt kann durch entsprechende Therapie das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung deutlich verringert werden.

Die klinische Anamnese umfasst das Abfragen der Krankengeschichte des Betroffenen und seiner Familie. Im Rahmen der Diagnostik erfolgt zudem die körperliche Untersuchung und die Bestimmung der Blutfettwerte durch ein Labor.

Eine familiäre Hypercholesterinämie liegt wahrscheinlich vor, bei:

  • Kindern unter 16 Jahren deren Gesamtcholesterin über 270 mg/dl (6,7 mmol/l) oder LDL Cholesterin über 160 mg/dl (4,1 mmol/l) liegt?
  • Erwachsenen deren Gesamtcholesterin über 300 mg/dl (7,8 mmol/l) oder LDL Cholesterin über 190 mg/dl (5 mmol/l) liegt?

Normalerweise tritt die FH von Geburt an auf, d. h. Gesamtcholesterin und LDL Cholesterin sind von Anfang an erhöht. Daher wird Eltern mit FH empfohlen ihre Kinder vor dem Schulalter auf FH untersuchen zu lassen. Je früher die Diagnose familiäre Hypercholesterinämie bestätigt wird, umso eher kann mit Maßnahmen wie einer Änderung des Essverhaltens und mehr Bewegung entgegengewirkt werden. Hat das Kind normale Blutfettwerte ist ein späteres Auftreten von FH unwahrscheinlich.

Unbehandelt sind Männer vor dem 50. Lebensjahr, viele 10 bis 20 Jahre früher, von Herzinfarkt oder Schlaganfall betroffen. Das gilt auch für 90 % der unbehandelten Frauen unter 60 Jahren.

Sollte man von einer FH betroffen sein, kommt es auf regelmäßige Laborkontrollen der Blutfettwerte und auf die richtige medikamentöse Einstellung an.

Was tun bei erhöhten Cholesterinwerten?

Wurden beim Gesundheits-Check-Up erhöhte Cholesterinwerte festgestellt, oder ist die Verteilung von HDL- und LDL-Cholesterin nicht im richtigen Verhältnis, lassen sich Maßnahmen treffen, die den Cholesterinspiegel wieder in die richtige Bahn bringen.

Cholesterin natürlich senken

Häufig ist der zu hohe Cholesterinwert eine Folge der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.
Dazu kommt oftmals eine genetische Prädisposition für eine Fettstoffwechselstörung. Eine Veränderung der Lebensgewohnheiten mit mehr Bewegung, hochwertigen Lebensmitteln, maßvollen Mengen und einer ausgeglichenen Energiebilanz ist das Mittel erster Wahl für die erfolgreiche Behandlung einer Fettstoffwechselstörung. Achten Sie auf Bewegung und innere Ausgeglichenheit. Vermeiden Sie Stress, hektisches Essen und geben Sie dem Bedeutung, was Sie essen.

Cholesterin senken und Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt die Cholesterinzufuhr über die Ernährung auf ca. 300 mg pro Tag zu begrenzen.

Reduzieren Sie den Genuss von:
Fettreichen und tierischen Lebensmitteln, Fast Food, Pommes frites, Chips, Sahnetorten, Fettgebackenem, Süßigkeiten, gezuckerten Getränken und Lebensmitteln, Honig, Sahne, Speiseeis, fetten Wurstwaren, fettreichem Käse, Speck, Schmalz, Innereien und Alkohol.

Folgende Lebensmittel wirken sich positiv auf einen gesunden Cholesterinspiegel aus:
Ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in Lachs oder Thunfisch können sich gut auf die Cholesterinwerte auswirken. Blumenkohl und Brokkoli können sich vor allem auf das HDL Cholesterin positiv auswirken. Mandeln, Walnüsse und Avocado sind ebenfalls reich an ungesättigten Fettsäuren und sehr empfehlenswert. Kurkuma besitzt die Eigenschaft sich auch auf den Cholesterinstoffwechsel positiv auszuwirken und folglich Ihr Herz-Kreislauf-System gesund zu halten. (8/9)

Cholesterin senken und Bewegung

Sportarten, die die Ausdauer fördern wie Walking, Langlaufen, Wandern, Joggen, Radfahren, Schwimmen, sind sehr gut geeignet, um den Cholesterinspiegel positiv zu beeinflussen. Neben der Senkung der Triglyceridwerte sinkt auch das (schlechte) LDL Cholesterin und gleichzeitig steigt das (gute) HDL Cholesterin an.

Cholesterin senken und Rauchen

Bei Rauchern mit erhöhten Cholesterinwerten leiden die Blutgefäße unter einer Doppelbelastung. Denn: Nikotin verengt die Blutgefäße und begünstigt, ebenso wie erhöhtes Cholesterin, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Wer nicht raucht und seine erhöhten Cholesterinwerte senkt, vermindert dauerhaft und effektiv sein Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.

Cholesterin senken und Alkohol

Alkohol in Form von Rotwein, ab und an in geringen Mengen getrunken, bedeutet kein zusätzliches Risiko.
Regelmäßiger Alkoholkonsum dagegen beeinträchtigt Stoffwechselprozesse in der Leber und wirkt sich negativ auf Triglycerid- sowie Cholesterinwerte aus. Sie steigen an.
Der Konsum von Hochprozentigem wie Likör und Schnaps gilt es zu vermeiden.

Cholesterin senken und Stress

Permanenter Stress kann die Cholesterinwerte erhöhen. Diese Gefahr wird gerne unterschätzt.
Legen Sie sich ein „dickeres Fell“ zu und erwarten Sie von sich und anderen nicht mehr als zu geben möglich ist. Üben Sie sich beispielsweise in autogenem Training, Meditationen, Qi Gong oder Tai-Chi. Dies sind traditionelle Trainingsmethoden, die Ihnen helfen in Ihre eigene natürliche Rhythmisierung zurückzufinden.

Behandlungsmöglichkeiten bei erhöhten Cholesterinwerten

Aktuell nehmen in Deutschland täglich fünf bis sechs Millionen Menschen nebenwirkungslastige Statine. Seit Jahrzehnten steigt die Anzahl der Menschen mit behandlungsbedürftiger Hypercholesterinämie stetig.

Wenn Lebensstiländerungen keine ausreichende Reduzierung bewirken bzw. bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt, müssen die erhöhten Werte medikamentös gesenkt werden. In Abhängigkeit des eigenen Risikoprofils (genetische Prädisposition, Übergewicht, Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes mellitus, etc.) sind definierte Grenzwerte anzustreben. Diese legt Ihr Arzt bzw. Therapeut fest. Im Fall einer Grenzwertüberschreitung wird mit größter Wahrscheinlichkeit ein Medikament, ein Statin verordnet. Diese weltweit meistverkauften Arzneimittel sind sehr effektiv, aber auch bekanntermaßen - insbesondere bei längerer Einnahme- mit gravierenden Nebenwirkungen verbunden.

Mögliche Nebenwirkungen von Statinen (Cholesterinsenkern) können sein:

  • Kognitive Schwierigkeiten und Konzentrationsstörungen
  • Beschwerden beim Atmen
  • Veränderungen des Blutbildes
  • Diabetes mellitus
  • Gelenkschmerzen
  • Störungen des Geschmacksinns und des Sehens
  • Haarausfall
  • Irritationen der Haut
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Krämpfe
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schädigungen der Leber und Nieren
  • Verdauungsstörungen
  • Muskelschmerzen und -schwäche
  • Psychische Auffälligkeiten
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Schwindel
  • Sodbrennen
  • Muskelsteifheit
  • Wasseransammlungen und Ödeme

Statine, die den Cholesterinspiegel senken können, heißen auch CSE-Hemmer oder HMG-CoA-Reduktase-Hemmer. Sie hemmen die β-Hydroxy-β-Methylglutaryl-Coenzym-A-Reduktase (ein Schlüsselenzym der Cholesterinsynthese in der Zelle). Damit wird die Eigensynthese gedrosselt und vermehrt LDL aus der Blutbahn in die Zellen aufgenommen.

Erhöhte Cholesterinwerte müssen nicht immer mit Statinen bzw. cholesterinsenkenden Medikamenten behandelt werden. Häufig können auch Stoffe bzw. Bestandteile aus der Natur eine positive Auswirkung auf den Cholesterinspiegel und die Gefäße haben.

Was sind Triglyceride?

Triglyceride werden auch als Neutralfette bezeichnet. Über der Norm liegende Triglyceridwerte erhöhen das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko und bergen ein deutliches Atheroskleroserisiko. Dieser Risikoparameter wird oftmals nicht erhoben oder unterschätzt.

Bei einem Triglycerid hängen an einem Glyzerin-Molekül drei Fettsäuren – daher der Name. Ca. 90 % unseres gesamten Nahrungsfettes besteht aus Triglyceriden. Das Fettgewebe unseres Körpers besteht ebenfalls zum größten Teil aus Triglyceriden. Gespeichert stellen sie die wichtigste Energiereserve für den Organismus dar. Bei einer fettreichen Ernährung, aber auch bei übermäßigem Alkoholkonsum oder einer erblichen Veranlagung steigt die Konzentration der Triglyceride im Blut.

Wie entstehen zu hohe Triglyceride?

Zu viele Triglyceride im Blut sind ungesund! Sie beschleunigen die Gefäßverengung und machen das Blut dick. Beides erhöht das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls. Oftmals leidet zudem die Leber unter Entzündungsprozessen. Zu hohe Triglyceridwerte entstehen durch Übergewicht in Verbindung mit kohlenhydratbetontem Essen, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. Oftmals liegt eine Zuckerverwertungsstörung (manifest als Diabetes mellitus) vor. Eine genetische Prädisposition (familiär bedingt) trifft häufig auf einen ungünstigen Lebensstil und lässt die Werte in die Höhe schnellen. Durch eine Lebensstilveränderung können Gewicht und Kohlenhydrate reduziert und Alkoholkonsum eingeschränkt werden. Kleinere Mahlzeiten und mehr Bewegung wirken sich ebenfalls positiv aus.

Senkung erhöhter Triglyceride

Erhöhte Triglyceride (> 150 mg/dl) müssen gesenkt werden! Aber ohne Lebensumstellung ist das schwierig zu erreichen. Am wirksamsten ist der Verzicht auf Alkohol und die Einschränkung kohlenhydrathaltiger Lebensmittel. Bereits kleine Alkoholmengen verursachen einen deutlichen Anstieg der Triglyceride im Blut.

Hier zusammengefasst einige wichtige Ratschläge:

  • nicht zu üppig essen
  • jedes überflüssige Kilogramm Körpergewicht verschlechtert die Triglyceridwerte
  • alkoholische Getränke meiden
  • verzichten Sie auf zuckerhaltige Fruchtsäfte, Limonaden und Colagetränke
  • sehr wenig Süßigkeiten
  • körperliche Aktivität
  • Ernährungsumstellung
  • kein Nikotin
Behandlungsmöglichkeiten bei erhöhten Triglyceridwerten

Fibrate in Medikamenten senken effektiv Triglyceride. Der Patient muss oftmals deutliche Nebenwirkungen in Kauf nehmen. Fibrate werden insbesondere bei Diabetikern eingesetzt, da Glukosetoleranzstörungen häufig mit erhöhten Triglyceridwerten (Hypertriglyceridämie) verbunden sind. Das Atheroskleroserisiko ist deutlich erhöht.

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Quellen:

  1. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga): Cholesterin-Ratgeber. https://www.lipid-liga.de/wp-content/uploads/7052_Cholesterin-Ratgeber_6.Aufl_2017.pdf S.8 ff.
  2. www.netdoktor.de/laborwerte/cholesterinwerte
  3. www.netdoktor.de/krankheiten/hypercholesterinaemie
  4. Thieme via medici: Lipoproteine: Stoffwechsel. https://viamedici.thieme.de/lernmodul/548773/subject/biochemie/cholesterin+und+lipoproteine/lipoproteine+stoffwechsel
  5. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V.: Cholesterin Ratgeber. https://www.lipid-liga.de/images/PDF/Cholesterin-Ratgeber.pdf
  6. Singh, K., & Rohatgi, A. (2018). Examining the paradox of high high-density lipoprotein and elevated cardiovascular risk. Journal of thoracic disease, 10(1), 109.
  7. Madsen, C. M., Varbo, A., & Nordestgaard, B. G. (2017). Extreme high high-density lipoprotein
  8. https://www.dge.de/presse/pm/cholesterinwerte-im-griff/
  9. Qin, S., Huang, L., Gong, J., Shen, S., Huang, J., Ren, H., & Hu, H. (2017). Efficacy and safety of turmeric and curcumin in lowering blood lipid levels in patients with cardiovascular risk factors: a meta-analysis of randomized controlled trials. Nutrition journal, 16(1), 68.
  10. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Erhöhte Cholesterinwerte. https://www.gesundheitsinformation.de/erhoehte-cholesterinwerte.html (07.12.2020)
  11. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen in der Ärztlichen Praxis. https://www.lipid-liga.de/ (07.12.2020).

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